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Die Gegenwart grüßt

To biennal or
not to biennal?

Das Jahresende ist nicht nur die Zeit der großen Jahresrankings (langweilig!), sondern auch die Zeit der Jahresprogramme. 2022 wird schon 2021 geschrieben. Für euch haben wir uns durch viele, VIELE Programme gewühlt. Viele haben uns erfreut (Georgia O'Keefe @ Fondation Beyeler, David Medalla @ Museion Bozen + Bonner Kunstverein, Yalda Afsah @ Kunstverein Muc), manches hat unsere Neugier geweckt (Marion Kalter @ Mdm Salzburg, Louise Bourgeois X Jenny Holzer @ Kunstmuseum Basel oder Alexandra Bachzetsis @ Kunsthaus Zürich) und einiges hat auch einfach enttäuscht (Helmuth Newton @ Wiener Kunstforum). Soviel einmal zu den großen Häusern. Bei solchen wie dem Kaliber Kunsthaus Bregenz wird das Jahresprogramm stets mit Spannung erwartet. Irgendwie ist immer eine Überraschung dabei. Heuer in Form eines Ortswechsels: Nur drei der vier traditionell gewordenen Ausstellungen werden in Bregenz zu sehen sein – eine aber in Venedig. Pünktlich zur verspäteten Kunstbiennale 2022 eröffnet das KUB in Venedig eine Depandance. Apropos Biennale: Ihr habt doch nicht das Motto The Milk of Dreams vergessen? Lest hier auf alle Fälle ein schönes Interview mit Biennale-Chefin Cecilia Alemani. Zurück zum KUB meets Venedig: Bespielen wird das Vorarlberger Haus die Scuola di San Pasquale. Dort ziehen dann für vier Wochen Anna Boghiguian & Otobong Nkanga ein. Letztere ist ja noch bis 6. Februar auch in der Homebase Bregenz zu sehen, Boghiguian kommt im Herbst dorthin. Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl, die 2022 im Ö-Pavillon zeitgleich ihre Bühne für "Invitation of the Soft Machine and Her Angry Body Parts" bespielen, haben ja vor rund einem Jahr ihre letzte gemeinsame Schau genau im KUB eröffnet. Deshalb ist es jetzt auch der richtige Zeitpunkt, sich an ihre "Seasonal Greetings" (im Bild) zu erinnern. Was werden Knebl und Scheirl wohl in Venedig anstellen? Noch gibt es dazu nur wenig Infos. Einen guten Einblick in ihre gemeinsame Arbeit bekommt man am besten in gemeinsamen Gesprächen, so wie hier. Wir jedenfalls freuen uns, dass 2022 wieder Biennale angesagt ist. Auch um wieder einmal über die viel größere Frage nachzudenken: To biennal or not to biennal? Oder: Haben sich die großen, westlichen Biennalen eigentlich selbst überholt? Das hat Thomas McEvilley 1993 mit "Arrivederci Venice" ja schon gefragt. Antworten gibt es viele unterschiedliche. Das Publikum jedenfalls scheint zu verneinen, jedenfalls wenn man sich die Zahlen der diesjährigen Architekturbiennale in Venedig ansieht. Dort zählte man zuletzt mehr Publikum als noch 2018. Bedarf ist wohl auch 2022 noch da.
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Nach dem Stellenwert der Gegenwartskunst in Italien fragt alljährlich der "Tag der zeitgenössischen Kunst", zu dem der Museumsverband AMACI genau heute zum 17. Mal aufruft. Heute Samstag also, wenn ihr den Newsletter pünktlich nach dem Eintreffen lest, könnt ihr vielleicht sogar noch einige Programmpunkte des Jubeltages – zum Beispiel in Südtirol – mitnehmen. Das große Museion und das kleine Kunstmeran sind dort Teil des Verbandes, der italienweit (nur) 24 Häuser zählt. Im Vergleich dazu: ICOM listet über 2000. Im AMACI vertreten sind internationale Hochkaräter, die vielen großen und kleineren Privatinitiativen des Landes aber fehlen. Die Programme vom MAXXI in Rom oder dem Castel di Rivoli in Turin sollte man jedenfalls auch außerhalb von Italien immer auf dem Schirm haben. Wer 2022 ins MAXXI kommt, kriegt dort Thomas Hirschhorn oder die tolle Cao Fei, die 2020 u. a. in den Serpentine Galleries gezeigt wurde. Schaut euch das mal an! Und wer aktuell im Castel di Rivoli in Turin strandet, trifft auf Otobong Nkanga (again!), die wie bereits berichtet aktuell im KUB zu sehen ist. YES, ihr seht, auch die Kunstwelt ist eigentlich ein Dorf. Was Bozen und Meran übrigens zur Giornata del Contemporaneo anbieten? Das Museion startet mit "Forward Female Techno culture" eine ganze Reihe von Programmpunkten (Führungen, Workshops, Diskussionsrunden), die die Rolle weiblicher Akteurinnen in der zeitgenössischen elektronischen Musik hervorhebt. Meran hingegen lädt zum Artist Talk mit Francesca Grilli. Und in allen AMACI-Institutionen italienweit gibt es natürlich freien Eintritt.
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Pause Ende, jetzt weiterlesen:
Jetzt träumen wir uns tippend schon so lange in (Groß-) Ausstellungen, dabei öffnen in Österreich Museen und Kunsträume nach dem aktuellen Lockdown erst MORGEN (frühestens!). Natürlich haben wir in den letzten Wochen aber bereits eine (erste) Bucket List verfasst – für Kunst, die wir jetzt schnellstens nachholen müssen.
1. Von Italien über Österreich nach Deutschland: Diese Reise unternehmen nicht nur wir immer wieder einmal, sondern nun auch die Ausstellung "werden" im Innsbrucker Landesmuseum Ferdinandeum. Eröffnet wurde die Schau bereits online, ab morgen ist sie auch 4 real zu sehen. Was wir bis jetzt wissen: Das zeitgenössische Düsseldorf wird mit dem historischen Florenz verbunden – alles, um herauszufinden, wie Künstler*innen überhaupt zu Künstler*innen werden. Die TeilnehmerInnen (Michelangelo! Thomas Ruff! Rosemarie Trockel!) haben's wenigstens alle geschafft. Ob auch das Ausstellungskonzept aufgeht? Wir werden berichten.
2. Unser Treffen mit Gordon Matta-Clark im MdM Salzburg hat uns die Pandemie vermiest. Der Schau auf dem Mönchsberg soll ja neue Einblicke in sein künstlerisches Denken geben. Und einen Dialog mit Hans Schabus gibt es auch noch. Zu viel? We'll see.
3. Aller guten Ausstellungen sind drei: Shirin Neshats Porträts in Petersburger Hängung (1 guter Gegensatz zu Wolfgang Tillmans im Wiener mumok) in der Pinakothek der Moderne haben wir bisher auch noch nicht gesehen. Die Presse schon: Hier also ein Vorgeschmack. Mögt ihr? Und überhaupt: Was seht ihr derzeit?
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WHAT'S NEXT?

Wie habt ihr's eigentlich mit Weihnachtsgeschenken? Bücher gehen immer, oder? "Glitch Feminism" ist kein Neustarter mehr, aber deshalb noch lange nicht überholt. Das eindringliche Manifest von Legacy Russell verbindet Technologie mit Gender und Identität. Dafür verwendet das Buch das Motiv des Glitch, ein Nicht-Funktionieren, das völlig neue Perspektiven eröffnet. Hier noch 1 Review für euch. Und hier zum deeper diven.
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Mehr auf buerofuergegenwartskunst.com

Bildcredits: (1) (c) Jakob Lena Knebl, Ashley Hans Scheirl, Kunsthaus Bregenz, Foto: Markus Tretter (2) c) BfG, Ausstellungsansicht "Techno"; c) BfG, Ausstellungsansicht "The Poetry of Translation", Kunstmeranoarte, Meran (3) c) Rosemarie_Trockel, Bildrecht Wien 2021 Sprueth Magers; c) Museum der Moderne Salzburg, Foto: Rainer Iglar; c) Shirin Neshat, Courtesy the artist and Gladstone Gallery, Videostill "Roja" 2016 (4) c) BfG

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